Trinitatis - was ist das?

Mitten in den Pfingstferien liegt das letzte große Fest des Kirchenjahres: Das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit, mit lateinischer Bezeichnung Trinitatis. Was feiert die Christenheit an diesem Fest?

Überhaupt, was verbirgt sich hinter diesem sperrigen Begriff „Dreifaltigkeit“?

 

Der Glaube Israels an den einen Gott kommt aus der Erinnerung an die großen Taten Gottes: z.B. Rettung aus der Sklaverei in Ägypten. Diese und viele weitere Ereignisse in der Geschichte des erwählten Volkes sind Bausteine des Glaubens. Durch die Berührung mit der Religion der Nachbar- und der Eroberervölker kam der Glaube an den einen Gott nicht zum Erliegen, sondern wurde sogar universal: Unser Gott ist der Schöpfer alles Seins. Sein Name ist so heilig, dass der Mensch ihn nicht aussprechen, sondern umschreiben muss.

Diese Vorstellung hat Jesus von Nazareth nachhaltig verändert. Er sprach von seinem himmlischen Vater, den wir jederzeit im Gebet anrufen können und ihn Abba, lieber Vater nennen können. Wie konnte er nur diese Autorität beanspruchen? Doch nur, weil in ihm Gott selbst sich in unsere vergängliche Welt hineinbegeben hatte. Seine Worte zu den Geboten Gottes „… ich aber sage euch ...“ zeugen von einer Vollmacht, die in der Aussage „Wer mich sieht, sieht den Vater“ ihren Höhepunkt erreicht. In ihm kommt uns Gott nahe – nimmt unser Leben an und stirbt unseren Tod am Kreuz aus Liebe zu uns Menschen.

Doch die Ereignisse um Jesu Tod und Auferstehung haben noch eine dritte Dimension Gottes erschlossen: die des Heiligen Geistes. Der Auferstandene Christus gehört nicht mehr in unsere Welt hinein. Doch er ist präsent – gegenwärtig durch den Heiligen Geist, den Tröster, dessen Fest wir an Pfingsten gefeiert haben. „Ich bin bei euch alles Tage“ - hat er versprochen und erfüllt auch dieses Versprechen.

Die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes: „Gott Vater, der Schöpfer und Erhalter der Welt – Gott Sohn, Heiland und Erlöser und – Gott Heiliger Geist, Gott in uns“ versucht die Größe Gottes in menschliche Worte zu fassen.

Das Trinitatis-Fest ist Ausdruck des großen Staunens darüber, dass Gott uns so nahe kommt, unser Bruder wird in Jesus Christus und gegenwärtig ist durch die Kraft seines Geistes: „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst ?“ (Psalm 8,5).

Pfr.Pál Gémes, Pauluskirche

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