Ein Herz für 2021

Liebe Leserin, lieber Leser, welchen Herzschlag wünschen Sie sich, wenn Sie auf das vor Ihnen liegende neue Jahr 2021 blicken?

Ich meine dies im übertragenen Sinn: wird es ihnen kalt ums Herz, weil die kommenden Wochen mit vielen Unsicherheiten keine Geborgenheit und Wärme ausstrahlen?

Dem gegenüber wünsche ich Ihnen ein warmes Herz. Eines, wodurch Sie spüren: da ist trotz allem der durchgehende Puls, der sozusagen Leib und Seele mit Leben versorgt und zum Weitergehen motiviert.

 

Ich wünsche Ihnen ein weites Herz; so weit, dass beide darin Platz haben: Sie selbst und der Mitmensch. Ich finde dies notwendig. Denn in den vergangenen Jahren hat sich der Trend verstärkt, dass Menschen sich zurückziehen, dabei zunehmend einsam werden. Manche werden auch engherzig.

 

Wo wir verlernen, uns mit anderen Meinungen und Gefühlen auseinander zu setzen und uns auch über die eigenen klar zu werden und anderen mitzuteilen,

entstehen aus Abstand allmählich Risse, die größer werden und zu Spaltungen führen.

Darum wünsche ich uns ein weites Herz, wo beides reichlich Raum bekommt: Wir selbst und unser Mitmensch.

Was zwischen zwei oder drei Menschen im kleinen, familiären oder nachbarschaftlichen Bereich gilt, setzt sich in Gesellschaft und Politik fort.

Darum mein Wunsch: ein warmes und weites Herz

für 2021.

 

Ein Vorzug schwingt beim Wort „Herz“ mit und das ist gewollt. Der Vorzug in unserem Denken und Einfühlen und Handeln zugunsten der Schwächeren und Armen. Jede und Jeder von uns hat in bestimmten Bereichen seines Lebens Schwächen und Armut, und zählt daher zu den Schwächeren und Armen. Da ist es gut, wenn Andere für uns

ein warmes und weites Herz haben, uns annehmen, ertragen und uns helfen, mit dem Leben klarzukommen.

Umgekehrt brauchen wir bevorzugt ein Herz für die Schwachen und Armen, auch in unserer Gesellschaft.

 

Ein altes Wort bringt all das Genannte auf den Punkt: Barmherzigkeit. Sie hat Kraft, dem Miteinander und der Gesellschaft Menschlichkeit zu geben. Barmherzigkeit ist ein Wort voller Kraft und Mut. Jesus hat es gelebt und Gottes Barmherzigkeit vermittelt. Dass dieser Funke des Lebens auf uns

überspringt, das brauchen wir, gerade 2021.

 

Liebe Leserin, lieber Leser, ich wünsche uns allen ein warmes und weites Herz für 2021.

Pfarrer Eberhard Steinestel, Evangelische Kirchengemeinde Fellbach

Das aktuelle Wort zum Sonntag sowie alle älteren Beiträge sind auch im Fellbacher Stadtanzeiger und dessen Archiv zu finden.