Nach dem Herbst

Liebe Leserin, lieber Leser, pünktlich zum Fellbacher Herbst war das Laub vieler Bäume in voller Farbenpracht. Wie ein prächtiges Festkleid zum großen Herbstfest unserer Stadt und zur besonderen Begrüßung der Gäste aus den Partnerstädten. Das große Herbst-Wochenende ist vorüber und das Festkleid der Bäume kann nun abgelegt werden. Dazu genügen kurze starke Herbstwinde. Dann werden sich die Blätter lösen und zu Boden fallen.

 

Gut so, die Zeit geht weiter. Auch die nächste Jahreszeit hat ihr Recht und braucht ihren Freiraum. Damit der Spätherbst kommen kann, muss der Frühherbst sich verabschieden. Jede neue Jahreszeit folgt aus der voraus gegangenen.

 

Wie im Menschenleben auch. Aus Kindheit wird Jugendzeit und daraus folgt Erwachsensein usw. Das Leben muss vorwärts gelebt werden. Dazu gehören die Veränderungen, die jede neue Lebensjahreszeit mit sich bringt.

In Veränderungen liegen Chancen: dass zum Zuge kommt, was bislang unbeachtet blieb; dass neue Erfahrungen gemacht werden, die jetzt dran sind.

 

Was ist, wenn Veränderungen Ängste wecken? Fürchten wir den Wandel im Leben, weil wir die Zukunft nicht so fest im Griff haben, wie wir es gerne wollten?

Die Erinnerung an die Vergangenheit kann uns helfen: bisherige Veränderungen haben wir auch überstanden. Manchmal war es gut, dass unsere Wünsche oder unser Plan sich nicht erfüllten.

 

Ich will darauf vertrauen, dass unsere Wege so von Gott geleitet werden, wie es dran ist. Dabei hilft mir die Erfahrung von Dietrich Bonhoeffer: Nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen erfüllt Gott.

 

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, solches Vertrauen und gute Schritte in den Spätherbst.

Das aktuelle Wort zum Sonntag sowie alle älteren Beiträge sind auch im Fellbacher Stadtanzeiger und dessen Archiv zu finden.