Ich habe einen Traum

Ich habe einen Traum, dass wir eines Tages auf das Jahr 2020 zurückblicken und sagen können: Damals ist etwas neues entstanden. Wir haben gemerkt, wie verletzlich wir als Menschheit sind und dass wir nur bestehen können, wenn wir zusammenhalten. Wir haben erlebt, wie Menschen einander helfen und unterstützen, wie sie einander trösten und aufrichten. Wir haben zusammen nach Lösungen gesucht, wir haben gemeinsam den Virus bekämpft.

Ich habe einen Traum, dass wir in diesen schwierigen Zeiten neu merken, wie wichtig Menschen in sozialen Berufen für unsere Gesellschaft sind und dass wir es schaffen, sich auch dementsprechend zu entlohnen. Dass wir neu dankbar werden für die Mensche, die uns versorgen mit Lebensmitteln und anderen Gütern, die uns die Post bringen, die unseren Müll entsorgen.... für Menschen, die unsere Welt am Laufen halten.

Ich habe einen Traum, dass sich in diesen Wochen Familien, Nachbarn und Freunde wieder neu schätzen lernen. Das wir nicht nur in Krisenzeiten einander Lieder vom Balkon spielen und füreinander einkaufen gehen. Sondern dass wir einander dauerhaft mit Respekt, Freundlichkeit und Liebe begegenen können.

Ich habe einen Traum, dass die Krise uns nichtentzweit und verzweifeln lässt, sondern uns zusammenbring und gemeinsam handeln lässt. Dass wir erfahren, was wir erreichen können, wenn wir gemeinsam für eine Sache kämpfen. Dass wir genauso entschlossen und konsequent gegen andere Krisen und Ungerechtigkeiten handeln.

Ich habe einen Traum, dass wir in diesen schweren Zeiten wieder merken, was wirklich wichtig ist in unserem Leben. Dass wir ins Nachdenken kommen und unser Leben neu ausrichten. Dass wir merken, wonach sich usnere Seelen wirkllich sehnen und von welcher Hoffnung wir wirklich leben können. Dass wir uns neu ausrichten auf die Macht, die stärker ist als der Tod.

Ich habe den Traum von Ostern: Dass durch Tod und Leid hindurch neues Leben entstehen kann. Dass Gottes Macht nicht am Grab aufhört, sondern dass er es auch für uns Ostern werden lässt.

Pastor Jochen Röhl - evangelisch-methodistische Kirche Fellbach

Das aktuelle Wort zum Sonntag sowie alle älteren Beiträge sind auch im Fellbacher Stadtanzeiger und dessen Archiv zu finden.