Das Waldschlössle

Historie

Das Waldschlössle ist seit 1967 durch Kauf im Besitz der Evangelischen Kirchengemeinde Fellbach. Seither hat dort bis 2014 das Waldheim stattgefunden. Gleichzeitig war eine Gastwirtschaft untergebracht. Bis 1990 konnte der gesamte Pachterlös in die Erhaltung des Gebäudes investiert werden. Gaststätte und Anbau wurden permanent renoviert und in Schuss gehalten.

1990 kam Fellbach vom Kirchenbezirk Cannstatt zum Kirchenbezirk Waiblingen. Hier ist eine andere Haushaltsordnung vorhanden. Pacht- und Mieteinnahmen werden genutzt, um Kirchensteuerzuweisungen zu vermindern. Gebäudeunterhalt aus Steuermitteln wird gezahlt (4 % aus dem Brandversicherungsanschlag, 2 % seit 2010), macht aber einen viel geringeren Betrag aus. Der Betrag (4 %) reichte aus, um das, was jedes Jahr an Kleinreparaturen anfällt, zu finanzieren und einen Teilbetrag anzusparen.

Baumaßnahmen beim Waldschlössle müssen damit großteils aus freien Mitteln, das sind Opfer, Spenden und Zinsen, finanziert werden. Die Zinsen sind seit vielen Jahren im Keller. Insgesamt 37 % der Gesamtsumme erhält die Kirchengemeinde von Landeskirche und Kirchenbezirk als Zuschuss. Um einen Architekten beauftragen zu können, müssen 50 %, für den Baubeginn 60 % der Eigenmittel vorhanden sein.

2008 waren so viele Mittel angesammelt, dass eine Architektenbeauftragung seitens des Oberkirchenrats erfolgen konnte. Erste Planungen sahen eine Gesamtinvestitionssumme von 200.000 € vor. Da sich herausstellte, dass sich die Baumaßnahme verteuert, wurde sie in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Für die erste Baumaßnahme (Anbau: Dachsanierung und Speiseaufzüge) wurden 200.000 € angesetzt. Dann verteuerte sich der erste Bauabschnitt auf 300.000 €. Zudem wurde klar, dass für das Außengelände weitere 150.000 € benötigt werden. Der Gesamtkirchengemeinderat sah daher keine Möglichkeit mehr, das Gebäude zu halten und hat 2011 den Beschluss gefasst, das Gebäude zu verkaufen.

Spenden, die bis dahin eingingen, wurden seither für die laufende Instandhaltung des Gebäudes benötigt (z.B. Toiletten, Öltank, Außengelände). Die Situation hat sich seither nicht verbessert. Der Restaurantbau Waldschlössle muss ebenfalls dringend saniert werden. Das Gebäude im eigenen Besitz zu halten, um jährlich 5 Wochen Ferienwaldheim durchzuführen kann die Kirchengemeinde nicht finanzieren.

Daher ist es für die Kirchengemeinde dringend erforderlich, dass das Gebäude samt Gelände (beides liegt im Landschaftsschutzgebiet. Das bedeutet, das Waldschlössle hat Bestandsschutz und der Restaurantbetrieb ist nur wegen dem Waldheim zugelassen) verkauft wird.

Grundvoraussetzung: Erhalt des Waldheims und des Waldkindergartens.

Aktuelles

Wie Sie in der Fellbacher Zeitung am 26. Oktober 2018 lesen konnten, beginnen die Verhandlungen um den Verkauf des Waldschlössles am Kappelberg erneut. Armin Karrer, Sternekoch und Hotelbetreiber in Fellbach, hat sein Angebot im Oktober 2018 zurückgezogen. Wirwerden das weitere Vorgehen zum  Verkauf des sanierungsbedürftigen Gebäudes in den zuständigen Gremien besprechen und dies dann vorstellen.

Wir bedauern sehr, dass Armin Karrer sein Angebot zurückgezogen hat. Der renommierte Hotelier hatte starkes Interesse an der Immobilie gezeigt und zwei Bauanträge dazu eingereicht. Der erste Bauantrag wurde im Frühjahr 2017, der zweite im Juni 2018 genehmigt. In den Verhandlungen 2013 stand ursprünglich als Verkaufstermin Ende 2013/Anfang 2014. Aus diesem Grund wurde dem Pächter des Waldschlössles auf Ende 2013 gekündigt. Während der Verhandlungen mit Armin Karrer haben sich immer wieder Kaufinteressenten gemeldet, die aber nach Kenntnisnahme der Bedingungen von weiteren Verhandlungen Abstand nahmen.
Grundsätzliche Voraussetzung für die Nutzung des im Landschaftsschutzgebiet liegenden Gebäudekomplexes ist die Weiterführung des Ferienwaldheims auf dem Kappelberg. Wir wollen als Kirchengemeinde den Waldheimbetrieb dauerhaft auch nach Verkauf von Waldschlössle und Gelände sichern.

Das Ferienwaldheim wird aufgrund der baulichen Situation des Waldheimanbaus (undichtes Dach, Elektrik, Außenbereich) seit 2015 in Oeffingen auf dem Tennwengert durchgeführt. Wir sind sehr dankbar für diese Interimslösung. In diesem Aktuelles Jahr war die Infrastruktur durch die Nutzung der neuen Umkleideräume, der Toilettenanlage und der Sportplätze hervorragend. Dies stellt jedoch keine Dauerlösung dar, da von der Konzeption her Waldheim im Wald stattfinden sollte und die Zusatzkosten für Infrastruktur samt Aufstellung der Zelte für die Kirchengemeinde auf Dauer nicht finanzierbar sind.

Unabhängig vom Standort des Ferienwaldheims sind wir sehr froh, dass seit April 2017 mit Diakon Sven März wieder ein hauptamtlicher Waldheim-Gesamtleiter zur Verfügung steht. Mit ihm und den vielen  Ehrenamtlichen wird das Waldheim jedes Jahr zu einem Erlebnis. Ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an alle Mitarbeitenden! Die Diakonenstelle wird aus Spenden finanziert und ist bisher auf 5 Jahre befristet. Ziel ist es, diese in eine unbefristete umzuwandeln, um die Waldheimarbeit langfristig auch von dieser Seite aus zu sichern. Aus diesem Grund wird beim jährlichen Spendenaufruf „Fellbacher  Beitrag“ schon seit einigen Jahren die Diakonenstelle Waldheim PLUS als Dauerprojekt beworben.

Wir werden den Waldheim-Betrieb in jedem Fall in einem Kaufvertrag mit verankern und im Grundbuch absichern. Ergänzend schreibt auch die Stadt Fellbach diese Nutzung über die Baulast fest. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass bei Verkauf das Ferienwaldheim wieder auf dem Kappelberg stattfinden kann. In den vergangenen Monaten haben sich weitere Kaufinteressenten bei uns gemeldet. Sobald sich Neues ergibt, werden wir Sie wieder informieren.

Eva Bosch
Pfarrer Eberhard Steinestel