Innehalten … Wenn nicht in der Kirche, dann zuhause ...

Innehalten an Heilig Abend ...
Nicht jeder und jedem ist es möglich, an Heilig Abend zum Gottesdienst in die Kirche zu gehen – besonders in diesen Zeiten.
Das heißt aber zum Glück nicht, dass man diesen besonderen Abend ohne jegliche Andachtszeit begehen muss. Man kann Gottesdienste online oder im Fernsehen schauen – oder: man kann selbst eine Andacht feiern.
Eine kleine Anleitung dafür soll folgende Mitfeier-Liturgiesein. Viel Freude damit und ein gesegnetes Weihnachtsfest!
Ihre Vikarin Lara Flämig

Heiligabend in der Melanchthonkirche

Liturgie zum Herunterladen

Vorbereitung

  • Suchen Sie sich einen Ort zuhause, an dem Sie es gemütlich haben und wo sie ungestört sein können – vielleicht versammeln Sie sich um den Christbaum, setzen sich an den Ess- oder Wohnzimmertisch oder platzieren sich vor einer Krippe.
  • Wenn Sie mögen, zünden Sie eine Kerze an – sie ist ein Symbol für Gottes Gegenwart und möchte vor allem an diesem Abend ausdrücken, dass Gott in das Dunkel unseres Lebens kommt und es hell macht.
  • Falls Sie mehrere Personen sind, können Sie vorher vereinbaren, wer den Bibeltext und die Gebete liest und wer die Lieder anstimmt oder über Youtube abspielt, zum Zuhören oder Mitsingen.
  • Soweit das Wichtigste – dann kann es los gehen…

Liturgie zu Heilig Abend

Eröffnung:

An diesem besonderen Abend halten wir inne. Wir werden ruhig und laden Gott ein – hier in unsere Mitte. In seinem Namen, im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, feiern wir diese Andacht.
Amen.

Lied: Die Nacht ist vorgedrungen, EG 16

1. Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern!
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!

Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.

Eingangsgebet:

Dreieiniger Gott, wir wollen uns auch heute wieder ganz neu zum Stall aufmachen, um zu schauen, was da in Bethlehem geschehen ist. Mach uns und unsere Herzen bereit für die Begegnung mit dir! Lass uns diesem Geheimnis von Heilig Abend nochmals ganz neu nachspüren und vielleicht ein Stück weit mehr begreifen, warum du, großer Gott, dich so klein gemacht hast. Und dann lass uns dich loben, wie es die Engel und die Hirten in jener Nacht taten. Amen.

Lesung: Lukas 2, 1-7

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Lied: Stille Nacht, heilige Nacht, EG 46,1

1. Stille Nacht, heilige Nacht!
Alles schläft, einsam wacht
nur das traute, hochheilige Paar.
Holder Knabe im lockigen Haar,
schlaf in himmlischer Ruh,
schlaf in himmlischer Ruh.

Lesung: Lukas 2, 8-14

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.

Lied: Stille Nacht, heilige Nacht, EG 46,2

2. Stille Nacht, heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht,

durch der Engel Halleluja
tönt es laut von fern und nah:
Christ, der Retter, ist da,
Christ, der Retter, ist da!

Lesung: Lukas 2,15-20

Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

Stille

Gedanken teilen

(wenn Sie mögen, können Sie jeweils einen Satzanfang lesen und dann jeweils kurz Raum für Stille Reaktionen lassen, die jede/r für bei sich bedenken oder auch laut formulieren kann)

  • Das hat mich besonders berührt …
  • Das frage ich mich …
  • Daran musste ich denken …
  • Das habe ich heute ganz neu entdeckt …
  • Das ermutigt mich …

 

Lied: Ich steh an deiner Krippen hier, EG 37

1. Ich steh an deiner Krippen hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir’s wohlgefallen.

4. Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O dass mein Sinn ein Abgrund wär und

meine Seel ein weites Meer,
dass ich dich möchte fassen!

Gebet:

Guter Gott, heute feiern wir das Geheimnis, dass du Mensch geworden bist. Du hast dich ganz auf uns Menschen eingestellt, weil du die Beziehung zu uns suchst. Nicht wir müssen mühevoll einen Weg zu dir finden, sondern du kommst zu uns. Du kommst in diese, oft auch dunkle Welt; du kommst in mein, oft auch dunkles Leben. Und du möchtest da sein und mit aushalten. Du möchtest Hoffnung und Leben schenken, wo Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit und Zerstörung herrschen. Hilf uns, Gott, uns dir zu öffnen. Und bewege uns – dass wir erfüllt von deiner Zuwendung und Hoffnung uns aufmachen zu denen, die uns brauchen. Amen.

(weitere freie Gebetsbeiträge können sich anschließen und mit dem Vaterunser beschlossen werden).

Lied: O du fröhliche, o du selige, EG 44

  1. O du fröhliche, o du selige,
    gnadenbringende Weihnachtszeit!
    Welt ging verloren, Christ ist geboren:
    Freue, freue dich, o Christenheit!
  2. O du fröhliche, o du selige,
    gnadenbringende Weihnachtszeit!
    Christ ist erschienen, uns zu versühnen:
    Freue, freue dich, o Christenheit!
  3. O du fröhliche, o du selige,
    gnadenbringende Weihnachtszeit!
    Himmlische Heere jauchzen dir Ehre:
    Freue, freue dich, o Christenheit!

Segen

(wenn Sie mögen, können Sie sich dazu die Hände reichen oder eine empfangende Geste einnehmen):

Wie der Stern über dem Stall von Bethlehem stehen blieb, so möge Gott sein Licht auch über deinem Leben leuchten lassen.

Wie die Engel den Frieden auf Erden verkündeten, so möge Gottes Frieden auch dein Herz erfüllen.

Wie Maria das Wort des Engels in ihrem Herzen bewegt hat, so möge auch in deinem Herzen immer wieder ein Wort von Gott lebendig sein.

Wie die Hirten in dem neugeborenen Kind den Heiland der Welt erkannten, so mögest auch du Jesus Christus als deinen Heilsbringer erkennen.

So segne dich Immanuel – der „Gott mit uns“

Amen.