Fest der Begegnung

Magdalena Kopf, Pastoralassistentin Katholische Kirche Fellbach-Schmiden

Diese Tage ging unser 42. Fest der Begegnung, die Fiesta International in Fellbach zu Ende. Ein wunderbares Fest, das die Buntheit der Welt in dieser Stadt sichtbar werden lässt. Ein Moment, bei dem man sich frägt, warum das miteinander und nebeneinander Leben dann doch manchmal schwer fällt. Was bedeutet für Sie friedvolles miteinander Leben? Was bedeutet für Sie Frieden? Wenn ich darüber nachdenke, was für mich Frieden heißt, kommen mir die Worte aus dem Lied „Großvater“ der österreichischen Band STS in den Sinn: „... z'erst überlegn, a Meinung ham, dahinter stehn, niemals Gewalt, alles beredn, aber a koa Angst vor irgendwem...“ Diese Worte, die der Großvater
seinem Enkel mitgibt, drücken für mich viel Weises aus und geben mir die Zuversicht, dass Frieden unter uns Menschen so funktionieren könnte. Denn Frieden heißt für mich nicht, dass alle gleich und vor allem einer Meinung sind. Frieden in der Welt, in unserer Stadt, heißt für mich die Unterschiedlichkeit aller Menschen, Kulturen und Religionen akzeptieren. Das Gute darin kennen und schätzen lernen, es miteinander umsetzen und zugleich über Unterschiede immer in einem kritischen, aber konstruktiven Austausch bleiben. Das Schwierige dabei ist wohl, sich in dieser ganzen wundervollen Vielfalt auf ethische Grundsätze zu einigen, nach denen wir dieses bunte Miteinander leben wollen und können.

Als Europäerin und Deutsche sind für mich dabei die Genfer Konventionen und das deutsche Grundgesetzt eine geschichtliche Errungenschaft der Menschlichkeit, hinter die nicht wir nicht mehr zurückgehen können. Aber um diese vielen Artikel im Kleinen alltäglich umzusetzen, hilft mir das wichtigste und einfachste Gebot Jesu Christi, das alle anderen umschließt und das man auch bereist aus der jüdischen Tradition kennt. Die sogenannte goldene Regel: „Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen.“ Im Volksmund oft bekannt als „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu“. Umgekehrt formuliert, „was du dir für ein erfülltes Leben wünschst, das gesteh auch anderen zu.“ Mit diesen einfachen Worten sind wir im Alltag ganz schnell bei einem
Reflektieren unseres Denkens und Verhaltens angekommen und somit dem, wie wir ein bisschen mehr Frieden in diese Welt und diese Stadt bringen können. Es geht nicht darum, was dürfen wir und andere nicht (haben), sondern wie können wir es gemeinsam schaffen, dass alle das Ersehnte haben und danach leben können.

Magdalena Kopf, Pastoralassistentin Katholische Kirche Fellbach-Schmiden

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