Zukunftsperspektiven der Evangelischen Kirchengemeinde Fellbach – Auswirkungen auf das Immobilienkonzept

Unter diesem Thema stand das Gemeindeforum der Kirchengemeinde am 11. Mai 2016. Das Forum bildete gleichzeitig den Auftakt zur zweiwöchigen Visitation von Dekan Hertneck und Schuldekan Hinderer im Herbst 2016. Beide betrachten gemeinsam mit den Verantwortlichen der Kirchengemeinde die Arbeit und Situation vor Ort und geben Denkanstöße.

Eine sich wandelnde Kirche in einer sich wandelnden Gesellschaft will sich mit ihrem Auftrag auf die Zukunft einstellen und umstellen. Dies hat auch Auswirkungen auf Standort- und Gebäudefragen der Kirchengemeinde. Neben informellen Präsentationen gab es beim Gemeindeforum Gesprächsgruppen.

Im folgenden werden die Inhalte der Präsentation erläutert. Die Folien sind hier als PDF erhältlich.

Die häfigsten Fragen aus den Gesprächsgruppen sind mit Antworten hier nachlesbar.

Überblick über die großen Entwicklungsschritte unserer Kirchengemeinde in der jüngeren Vergangenheit:

Dezember 2013: Vereinigung (Fusion) der bisherigen vier Teilkirchengemeinden zu einer Kirchengemeinde mit vier Gemeinden. Der Kirchengemeinderat leitet und verantwortet die gemeinsame Entwicklung (auch die Gebäudefragen); um die Belange der vier Gemeinden (Parochien) kümmern sich die jeweiligen Parochie-Ausschüsse. Erfreulicherweise ist in etlichen Bereichen die Fusion – zum Teil seit einigen Jahren - in guter Weise auf den Weg gebracht. Z.B. bei gemeinsamen Gottesdiensten, in der Arbeit mit Kindern, KonfirmandInnen, Mitarbeitenden, Neuzugezogenen, Flüchtlingsarbeit, Erwachsenenbildung, Gemeindefeste, Ökumene und mit Kooperationspartnern CVJM und Evangelischem Verein.
Ebenso entwickeln sich Profile und Vielfalt in den einzelnen Gemeinden (Parochien) weiter z.B. in Gottesdiensten und vielfältigen Angeboten. Das ist Grund zu großer Dankbarkeit und ein guter Weg, um vereint und profiliert in die Zukunft zu gehen.

Entwicklung der Gemeindegliederzahlen: Seit 1959 ist sie rückläufig: - von ursprünglich 18.000 auf jetzt 7.700. Laut Prognose werden es 2030 noch gut 6000 Gemeindeglieder sein Dies fordert Konsequenzen: Die Zahl von 13 Gebäuden passte für 1965 (Bau Melanchthon- und Johannes-Brenz-Zentrum). Für heute bzw. 2030 ist sie eindeutig zu groß (siehe Schaubild). Gleichzeitig sind die Zuschüsse von Landeskirche und Kirchenbezirk von ursprünglich 70 % auf inzwischen 35% gesunken und unser Anteil, zu finanzieren aus Eigenmitteln (Opfer, Spenden und Zinsen), von 30% auf 65 % gestiegen. Laut Vorgabe der Landeskirche gilt für die Zukunft: für 3.000 – 4.000 Gemeindeglieder - eine Kirche und ein Gemeindehaus. Nur dafür werden künftig Zuschüsse gegeben.

Die gesamte Gemeindearbeit und die Personalstellen für diakonische Arbeit der Kirchengemeinde werden ebenfalls aus Eigenmitteln finanziert. Wir brauchen Ressourcen für inhaltliche Arbeit. Dazu benötigen wir qualifiziertes Personal. Gebäude dürfen nicht die gesamten finanziellen Möglichkeiten binden. Wir wollen auf die Herausforderungen unserer Zeit in guter Weise reagieren können, eigene Profile weiter entwickeln und möglichst die Diakonenstelle Waldheim- PLUS dauerhaft aufstocken.

Viele Gebäude sind renovierungsbedürftig und entsprechen nicht mehr den heutigen und kommenden Anforderungen. Wir benötigen als Kirchengemeinde für die Zukunft eigene, zentral gelegene Räume, in unmittelbarer Kirchennähe, flexibel in Größe und Funktionen, ansprechend, barrierefrei, energetisch und nach Fluchtwegeverordnung auf dem neuesten Stand. Deshalb prüfen wir zurzeit zusammen mit der Stadt Fellbach, an neuer Stelle für die Kirchengemeinde Räume zu bauen (z.B. bei Lutherkirche)

Ziel: Gebäudebestand, der zukunftsfähig ist, die Gottesdienste und Gemeindearbeit optimal unterstützt und nur so viele finanziellen Ressourcen bindet wie unbedingt nötig.
Dazu haben wir bisher im Blick:
Langfristig bleiben Lutherkirche und Pauluskirche (beide sind denkmalgeschützt). Johannes-Brenz soll als Stadtteilzentrum erhalten und Vermietungen ausgebaut werden. Verkauf eines der vier Pfarrhäuser (Albert- Schweitzer-Straße?). Neben der Pauluskirche wird die Kirchengemeinde in Kooperation sein im geplanten Neubau des Stadtteil-und-Familienzentrums, wozu die Kirchengemeinde das Grundstück einbringt und Nutzungsrechte erzählt.
Das Paul-Gerhardt-Haus samt Gelände soll verkauft werden. Dafür sollen unmittelbar neben der Lutherkirche an der Cannstatter Straße eigene Räume für die Kirchengemeinde errichtet und erworben werden. Für den Standort Paul- Gerhardt-Haus wird seitens Stadt und Evangelischem Verein geprüft, ob eine Kita und sozialer Wohnungsbau angesiedelt werden können.
Melanchthon-Kirche und -Gemeindehaus sollen als Standort der Kirchengemeinde aufgegeben werden. In einem Ausschuss des Kirchengemeinderats „Zukunft Melanchthon“ werden verschiedene Optionen für diese Gebäude geprüft. Der Kindergartenstandort könnte erhalten bleiben. Die Gemeindearbeit wird im zentralen gemeinsamen neuen Gebäude der Kirchengemeinde an der Lutherkirche stattfinden.
Beim Waldschlössle warten wir derzeit darauf, dass unserem Kaufinteressenten die Baugenehmigung erteilt wird. Dann kann es weitergehen. Waldheimarbeit und Waldkindergarten sind mit diesen Plänen gesichert.

Viel Neues erwartet uns in den nächsten Jahren. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen gemeinsam unsere Zukunft, die Zukunft der Kirchengemeinde Fellbach, zu gestalten.

Die Vorsitzenden der Kirchengemeinde Pfarrer Eberhard Steinestel und Eva Bosch