Reaktionen auf das Immobilienkonzept: Fragen und Antworten

Warum ein Immobilienkonzept?

  1. Frage: Wie groß war der Mitgliederschwund in den vergangenen 50, 40, 30, 20 Jahren?

    Pfr. Steinestel: Vor 50 Jahren: 17.700 Mitglieder, vor 40 Jahren: 16.000, vor 30 Jahren: 12.800, vor 20 Jahren: 10.200, vor 10 Jahren: 8.900. Heute 7.700. Prognose: 2030 werden es noch 6.300 Mitglieder sein.

  2. Frage: Wie sieht der Altersaufbau der Fellbacher Gemeindeglieder aus?

    Eva Bosch: 30 % sind heute über 65, gegenüber 20 % in der Fellbacher Bevölkerung.

  3. Frage: Was könnte die Evangelische Kirchengemeinde tun, um wieder ein Wachstum der Gemeindeglieder zu erhalten?

    Pfr. Steinestel: Ihren evangelischen Auftrag engagiert und lebendig leben, zeitgemäße neue Formen des Gemeindelebens entwickeln, ebenso bewährte Traditionen lebendig weiterentwickeln, mutig ihren Glauben bezeugen, Nächstenliebe üben, gastfreundlich sein, beten und Gott wieder mehr zutrauen. Dann wird sie auf jeden Fall qualitativ wachsen, und, wenn Gott will, auch quantitativ.

  4. Frage: Wie sieht die Finanzierung der Gebäude und Immobilien aus?

    Eva Bosch: Renovierungen und Neubauten müssen zu 63 % aus Eigenmitteln (Opfer, Spenden und Zinsen) finanziert werden. 37 % kommen als Zuschuss von Landeskirche und Bezirk.
    Wir haben die Zusage des Oberkirchenrats, dass der Erlös für das Paul-Gerhardt-Haus samt Gelände als Ganzes in einen Neubau an der Lutherkirche investiert werden darf. Dabei müssen keine Zuschüsse zurückgezahlt werden. Dafür werden diese Gelder als Drittmittel gewertet, für die es keine Zuschüsse von Landeskirche und Bezirk gibt.

  5. Frage: Wir haben vier Pfarrhäuser. Könnten nicht diese verkauft werden, damit die vier Standorte erhalten bleiben können?

    Eva Bosch: Diese Idee wurde im Immobilienkonzept verfolgt, das zwischen 2008 und 2012 entwickelt wurde. Der Oberkirchenrat (OKR) hat dieses Immobilienkonzept abgelehnt, und zwar aus zwei Gründen:

    1. Die Pfarrhäuser spielen für das Konzept der Kirchen und Gemeindehäuser keine Rolle. Der OKR hat die Vorgabe, dass 3.000 – 4.000 Gemeindeglieder für eine Kirche und ein Gemeindehaus im städtischen Bereich angemessen sind. In Melanchthon war diese Zahl beim Bau der Kirche und des Gemeindezentrums vor 50 Jahren gegeben.
      Bei zurückgehenden Mitgliederzahlen sinkt gleichzeitig das Kirchensteueraufkommen. Wurden in Fellbach 1960 3 Kirchen, 3 Gemeindehäuser und 1 Gemeindezentrum von 18.000 Gemeindegliedern unterhalten, müssen inzwischen die gleichen Gebäude von 7.700 Gemeindegliedern unterhalten werden. Außerdem muss die Zahl der Personalstellen an die Gemeindegröße angepasst werden. Mehr dazu am Info-Abend mit Vortrag am 19. September.
    2. Die Kirchengemeinden sind verpflichtet, Pfarrhäuser bzw. Pfarrwohnungen vorzuhalten. Wenn stattdessen Pfarrwohnungen angemietet werden, muss von den Kirchengemeinden aus freien Mitteln Mietzuschuss bezahlt werden.

Neues Gemeindezentrum neben der Lutherkirche und Standortaufgabe Paul-Gerhardt-Haus?

  1. Frage: Welche Hoffnungen oder Erwartungen haben Sie für ein Gemeindehaus neben der Lutherkirche? Was sind die Vorteile eines solchen Standortes?

    Pfr. Steinestel: Die unmittelbare Nähe von Kirche und Gemeinderäumen ermöglicht zusätzlich andere und neue Formen von Gemeindearbeit als bislang vorhanden sind. Dies zeigt sich durchweg in unzählig vielen Kirchen und Gemeinden und verschiedenster Konfessionen, die solche Zentren haben. Zudem wird es zu einer aktiven Belebung und Nutzung des Kirchen-gebäudes auch wochentags kommen können. Gottesdienste und Gemeinschaftserleben, Probenräume neben der Kirche und Konzerte, Küche und Möglichkeiten zur Gastfreundschaft und vieles mehr: ein zentraler Standtort mit Kirche, Gemeinderäumen und daneben noch Gemeindebüro und Kirchenpflege bergen in sich viele neue Chancen.

  2. Frage: Soll dieses Gemeindezentrum vorwiegend für die Parochie Lutherkirche sein?

    Eva Bosch: Nein, Dieses Gemeindezentrum soll ein Gemeindezentrum der Kirchengemeinde sein, wo auch Melanchthon seinen Platz findet.

  3. Frage: Gibt es erste Pläne oder zumindest Vorstellungen, was mit dem Gelände des Paul-Gerhardt-Hauses geschehen soll?

    Pfr. Steinestel: Zurzeit sind Kooperationen von z.B. Ev. Verein, Stadt und privatem Käufer in den Überlegungen. Der Evangelische Verein prüft, ob er hier eine mehrgruppige Kindertagesstätte errichten kann. Die Stadt Fellbach ist an Wohnungsbau interessiert. Insgesamt soll eine sozialverträgliche Bebauung entstehen.

  4. Frage: Wie werden nach Ihrer Meinung die Eigentumsverhältnisse in einem neuen Gemeindezentrum sein?

    Eva Bosch: Die Kirchengemeinde beabsichtigt, die Gemeinderäume als Eigentum zu erwerben.

  5. Frage: Wie sieht das Raumprogramm für dieses neue Gemeindezentrum aus?

    Pfr. Steinestel: Die Bedarfsplanung ist gerade in Arbeit.

  6. Frage: Können engagierte Gemeindeglieder ihre Vorstellungen für dieses Gemeindezentrum einbringen?

    Eva Bosch: Ja, so ist es vom KGR vorgesehen. Am Mittwoch, 15. März 2017, ist das nächste Gemeindeforum um 19.30 Uhr im Paul-Gerhardt- Haus geplant. Hier werden die Zwischenergebnisse des Immobilienkonzeptes vorgestellt und voraussichtlich eine Arbeitsgruppe für das Gemeindezentrum gebildet.

Zukunftsprojekt Melanchthon

  1. Frage: Welche Aufgaben hat der Ausschuss „Zukunft Melanchthon“? Wer gehört dem Ausschuss an?

    Pfr. Steinestel: Der beratende Ausschuss des Kirchengemeinderats arbeitet mit der Vorgabe, dass Kirche und Gemeindehaus als Gebäude der Kirchengemeinde aufgegeben werden. Er prüft derzeit diverse Möglichkeiten, wie dies umgesetzt werden kann. Grund und Boden gehören nicht der Kirchengemeinde. Sie zahlt Erbbaupachtzins an die Pfarrgutsverwaltung (Abteilung des Oberkirchenrats, die u.a. für die Besoldung der Pfarrer zuständig ist). Der Ausschuss ist zusammengesetzt aus Mitgliedern von Kirchengemeinderat, Parochieausschuss Melanchthon, Melanchthongemeinde und einem Vertreter des Ev. Vereins. Die Leitung des 10köpfigen Ausschusses hat die Vorsitzende der Kirchengemeinde.

  2. Frage: Welche Vorstellungen gibt es für die Zukunft der Melanchthonkirche?

    Eva Bosch: Der Ausschuss prüft diverse Möglichkeiten von Umnutzung bis Abriss. Es besteht Interesse von Stadt Fellbach und Evangelischem Verein, den Standort evtl. für eine mehrgruppige Kita zu nutzen.