
Mit der Wahrhaftigkeit in unserer Gesellschaft passiert ein eigenartiger Wandel: Auch wenn sie angeblich zu den höchsten Tugenden und moralischen Ansprüchen unserer Gesellschaft, ja zur Kultur des Abendlandes gehört, so wird sie immer mehr ausgehöhlt und verdrängt. Blickt man zurück, ergibt sich ein eigenartiges Bild: Vor etwa fünfzig Jahren war es die Frage nach der Beteiligung Verantwortlicher an Verwicklungen und Verstrickungen mit dem Nationalsozialismus. Niemand schien damit etwas zu tun gehabt zu haben. In den 70er Jahren waren es Fragen zum Frieden in der Welt. Gleichzeitig gepaart mit einer neuen Form der Aufklärung. Vieles sollte nicht für Wahr gehalten werden. An einigen Politikern der letzten Jahre und bis in die Gegenwart wurde eines deutlich: Die Wahrheit kommt nur Scheibchenweise ans Licht.
Dass wir lernende Bürger sind wird schon allein daran deutlich, dass es jeder weiß und kennt: Salamitaktik, aussitzen, abwarten, ein bisschen schummeln, Teilwahrheiten verbreiten, von nichts wissen, schweigen, zum Schweigen zwingen, Unwahrheiten laut vermuten, blenden, verunsichern, …..,eben wie die gesellschaftlichen Vorbilder. Dass auch die Kirchen in diese Verstrickungen von Unwahrheiten verwickelt wurden ist sehr bedauerlich. Allerdings wird daran deutlich: Wir haben es überall mit Menschen zu tun, die nicht vollkommen sind! Das wäre auch nicht das Problem. Doch müssen es die Medien sein, die nach ihrem Anspruch von Wahrheit Dinge erst ans Licht bringen?
Dabei wäre der Blick in die Bibel bereits eine große Hilfe: Zur Wahrheit gehört untrennbar auch die Vergebung! Wo diese beiden Dinge auseinander gehen oder gar verschoben und verdrängt werden, erleben wir die Wahrheit so, wie wir es täglich erleben. Schuld daran ist sicherlich auch eine falsch verstandene Rücksichtnahme (die übrigens sehr modern ist), dem anderen ja nichts zumuten zu wollen. Welch fataler Irrtum! David wurde vom Propheten Aug in Auge damit konfrontiert, dass er einen Offizier wegen dessen Frau umbringen ließ. Es folgte auch die Strafe: Sein erster Sohn starb. Doch die Vergebung wurde ihm darin zuteil, dass er ein gesegneter König war.
Seit Ostern wissen wir um die Vergebung durch Jesus Christus, da er unsere Schuld vor Gott gesühnt hat. Diese Wahrheit wurde aller Welt mit dem Leiden und Sterben Jesu, mit dem Kreuz, deutlich vor Augen geführt. Genau deshalb sollten Christen die Wahrheit lieben, weil sie um die Vergebung wissen! Und es gab eine Zeit, in der sie damit eine ganze Gesellschaft prägten. Diese Hoffnung will ich nicht aufgeben.
Diakon Kurt Schmauder
Jugendreferent im CVJM Fellbach